Archiv der Kategorie: Stilrichtung

Stilrichtung der Kunst. Diese Rubrik beinhaltet verschiedene Kunst- und Baustile der letzten Jahrhunderte.

Klassizismus

Vom Klassizismus sprach man seit etwa 1770 und er entstand, wie dies so oft bei neuen Kunstformen der Fall ist, als Gegenpol zu der gerade vorherrschenden Stilrichtung des Barock. Man orientierte sich nun stark an römischen und antiken Vorbildern.

Antike als Vorbild

Der Klassizismus spielt mit den klaren und einfachen Formen des Altertums, was einen gewaltigen Gegensatz zu der ausladenden und prunkvollen Kunst von Barock und Rokoko darstellte. Die Unterscheidung erfolgt in verschiedene Stilphasen. Die erste war der Frühklassizismus welcher im deutschsprachigen Raum von Johann Joachim Winckelmann begründet wurde. Ab den 1790er Jahren spricht man dann vom „Stil der Revolution“, da die französische Revolution ihre Spuren hinterließ. Die Architektur wurde wuchtiger, wie man gut am Triumphbogen in Paris sehen kann.

Klare Linien – ausdrucksstarke Farben

Auch in Malerei und Bildhauerei wurden Motive und Darstellungen mit antikem Hintergrund bevorzugt. Gemalt wurde dabei mit klaren Linien und großer Detailtreue. Die Farbgebung auf den Bildern des Klassizismus ist geprägt von verschiedenen Licht- und Schattenspielen, was die Bilder plastisch und abgebildete Personen oft wie antike Statuen wirken lässt.

Pop Art

Ursprungsland USA

Die Ära der Pop Art begann in den 1960er Jahren und wurde in der Folgezeit zur vorherrschenden künstlerischen Ausdrucksform Europas und Amerikas. Voneinander weitgehend unabhängig entstanden die Wurzeln dieser Stilrichtung in den USA und in Großbritannien.
Die Darstellung erfolgt großformatig über Grafik und Plakatierung. Daneben werden auch Skulpturen geschaffen. Die dargestellten Motive stammen zumeist aus der Welt des Konsums, der Werbung, des Films und sonstiger Medien. Häufig werden auch Alltagsgegenstände verwendet.

Pop Art als Ironisierung der Konsumgesellschaft

Diese Bereiche stehen auch thematisch im Vordergrund. Die Konsumgesellschaft wird überwiegend auf ironische Weise gefeiert. Die Pop Art-Künstler verfremden ihre Motive mit Hilfe analoger und zunehmend auch digitaler Werkzeuge. Als Folge setzen sie oft kontrastreiche und satte Farben ein, verwenden Fotografien als Grundlage ihrer Werke und arbeiten überdimensional. Die Pop Art wird oft als „Anti-Kunst“ verstanden. Der bis dato vorherrschenden betont intellektuellen und abstrakten Kunst, sollte eine greifbare, populäre Alternative gegenüber gestellt werden. Herausragende Stilmittel sind comichafte Darstellungen, Outlines, Polka Dots und die Reduzierung auf Primärfarben, sowie Weiß-, Schwarz- und Grautöne. Die bekanntesten Vertreter der Pop Art sind Andy Warhol und Roy Lichenstein.

Jugendstil

Die kunstgeschichtliche Epoche des Jugendstils, die zeitgeschichtlich um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert einzuordnen ist, ist in erster Linie geprägt durch viele geschwungene Linien wie auch durch flächendeckende, florale Ornamente und durch die Aufgabe von symmetrischen Formen.

Ein Begriff – verschiedene Strömungen

Der Begriff „Jugendstil“ wurde hauptsächlich in Deutschland geprägt, in anderen Ländern wurden andere Bezeichnungen für diese Epoche verwendet. Dabei ist jedoch zu beachten, dass der Jugendstil keine geschlossene Bewegung war, sondern lediglich verschiedene Strömungen innerhalb Europas beschreibt. Bezeichnend für den Jugendstil sind zum einen florale zum anderen eher abstrakte Elemente bei Kunstwerken, Möbelstücken und Gebäuden.

Jugendstil – Natur als Quelle der Inspiration

Die verschiedenen Künstler legten allerdings allesamt Wert auf die Dekoration von großen Flächen, beispielsweise durch zahlreiche Ornamente, des Weiteren waren wertvolle und qualitativ hochwertige Materialien sehr wichtig für die Künstler. Außerdem wurden Formen, die direkt von der Natur abgeleitet wurden, zu einem entscheidenden Stilmittel der Epoche. So sind zum Beispiel Anklänge an Gräser, Ranken oder an Wasser keine Seltenheit bei den verschiedenen Werken aus dem Jugendstil.

Op Art – trauen Sie Ihren Augen nicht

Op Art ist die Kurzform von Optical Art (deutsch: optische Kunst) und beschäftigt sich mit den Gesetzmäßigkeiten der visuellen Wahrnehmung. Hierunter fällt auch die optische Täuschung.

Abstrakte Formen

Mit Beginn der sechziger Jahre entwickelte sich die Op-Art zu einer internationalen Stilrichtung. Die Künstler wandten sich einer Farb- und Formschöpfung zu, die sich auf die optische Wirkung abstrakter, geometrisch sich wiederholender Anordnungen beschäftigte. Zu Beginn der optischen Kunst sah man darin mehr eine Reaktion auf die damals vorherrschende Kunst, doch die jüngeren Künstler, die sich für Op-Art begeisterten, hatten vor allem die Präzision und Weiterentwicklung dieser Stilrichtung im Auge.

Op Art – Optische Täuschungen als Kunst

Heute ist die optische Wirkung von Op Art Kunstwerken im methodischen Sinne so weit ausgereift, dass sie es vermag, das menschliche Auge unabhängig von zufälligen Gegebenheiten vorübergehend zu überlisten. Vor allem durch den Einsatz bestimmter Farb- und Formkombinationen und perspektivischer Illusionseffekte werden Gegebenheiten suggeriert, die gar nicht existieren. So beginnt etwa ein Rad zu laufen oder eine Hervorhebung im Bild nach außen zu treten. Sie trauen Ihren Augen nicht.

Konkrete Kunst – die Akteure bilden das Werk

1930 wurde die Bezeichnung „Konkrete Kunst“ erstmalig durch Theo van Doesburg definiert. Sie bezeichnet eine Kunst, die keine Beziehung zur visuellen Realität aufweist. Bildnerische Elemente sind weder als Abbild zu verstehen, noch symbolisch gemeint. Sie bedeuten im Wechselspiel von Formen und Farben lediglich sich selbst. Die größtenteils geometrischen Elemente bilden eine Einheit und wirken durch ihren Ursprung auf den Betrachter.

Formen und Farben im Mittelpunkt

Der Ursprung dieser Kunstrichtung liegt weit zurück. Kandinsky sprach von „absoluter Malerei“, andere Künstler nannten diese Stilrichtung „Suprematismus“ oder „Elementarismus„. Die Konkrete Kunst bildet nicht ab, stattdessen werden Formen, Farben, Linien und Flächen zu den Akteuren des Werkes.

Internationale Verbreitung

Seit ihrer Entstehung hat sich die Konkrete Kunst fortwährend weiterentwickelt. Sie ist lebhaft, reagiert mit ausgesprochener Freudigkeit im Experimentieren und weist eine hohe Sensibilität in Bezug auf neue Erkenntnisse in Kunst, Wissenschaft Technik auf. Neue Materialien werden thematisiert und künstlerische Möglichkeiten ausgelotet. Heute gibt es interessante Wechselwirkungen zu verschiedensten Richtungen internationaler Kunst.