Manierismus

Die Bezeichnung Manierismus verwendete 1792 erstmals der italienische Historiker Luigi Lanzi und Jacob Burckhardt griff diese später wieder auf. In der Kunstgeschichte bezeichnet Manierismus die Übergangsform zwischen Renaissance und Barock in Malerei, Plastik, Baukunst, Literatur und Musik. Der Begriff wird neben der kunstgeschichtlichen Bedeutung ebenso universell benutzt. In dem Fall bezeichnet es eine Haltung oder Handlung, die als manieriert (gekünstelt), schwülstig oder pathetisch empfunden werden kann.

Stilmerkmale und Geistesgeschichte

Italienische Kunstwerke lassen sich als manieristisch bezeichnen, die ungefähr in der Zeit von 1520 bis 1600 entstanden sind; in Frankreich etwa 1550 bis 1610, Flandern, Niederlande und Deutschland ungefähr 1560 bis 1610. Literarische Werke können allgemein als manieristisch klassifiziert werden, wenn diese zwischen Mitte des 16. Jahrhunderts und 1630 entstanden sind.

Der Manierismus ist allgemein gekennzeichnet durch eine Abkehr von den ausgewogenen und harmonischen Kompositionen der Hochrenaissance (Zeit des Umbruchs), hin zu einer kapriziösen, gezierten und spannungsgeladenen „manierlichen“ Darstellung, deren enigmatische und allegorische Bedeutung lediglich von eingeweihten Kennern aus aristokratischen Kreisen verstanden werden soll. Die Figura Serpentinata ist in der Bildhauerei charakteristisch für den Manierismus.

Konzeptkunst und der Gedanke im Werk

Konzeptkunst – Streitbare Kunst

Bis heute ist die Konzeptkunst streitbar, will dies auch sein. Denn in ihr geht es nicht länger um eine ästhetische Wirkung, also das Schöne. Der US-Künstler Sol LeWitt prägte diesen Begriff in den Sechziger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts. Doch die Weltsicht dieser Kunst existiert schon seit den Goldenen Zwanziger Jahren. Der Blick auf das vollendete Werk weicht in der Konzeptkunst einer Beschäftigung mit den Grundgedanken und mentalen Vorgängen.

Kunst als Happening

Wie sollten Sie sich Konzeptkunst vorstellen? Die Vorstellung selbst ist schon der Kern dieser Stilrichtung. Plastiken wurden in Happenings vor Publikum geschaffen. Und nicht immer vom Urheber-Künstler selbst. Dieser entwarf vielmehr Skizzen und Anleitungen, die der Leitfaden für den Schaffensprozess werden. Wer heute Werke der Konzeptkunst ersteigert, wird sich bald gezwungen sehen, sich auch mit dem Künstler auseinanderzusetzen. Der tiefere Sinn des Werkes, die Idee, erschließt sich erst bei der Erforschung seiner Gedanken.

Neue Figuration – Deuten des Lebensraums

Viele Künstler ersuchte nach dem Zweiten Weltkrieg wieder die Auseinandersetzung mit der Lebenswirklichkeit. Sie wandten sich von der abstrakten Malerei ab, mit der Absicht einen neuen kritischen Realismus zu finden – mit der Malerei als Mittelpunkt und Kontext zum Lebensraum, den das Werk umgibt. Diese Denkweise wurde zu einer künstlerischen Stilrichtung, die als Neue Figuration Einzug in die Kunstgeschichte und die Literatur fand. Den Begriff selbst prägte der deutsche Maler Hans Platschek 1959 in einem Essay.

Alltag als Quelle der Inspiration

Die Neue Figuration als zweite Phase der Moderne und ihre Künstler griffen auf ein großes Inventar an Motiven zurück. Mythologische Motive, Bilder aus der Literatur und Alltagsgegenstände wurden herangezogen. Bilder wie „Elektrorasierer auf Stuhl“ von Konrad Klapheck illustrieren letztere Motive. Im Vordergrund stand dann weniger ein „großer Coup“ oder eine Pointe des Gemäldes bzw. eine Aussage. Häufig wurde ein zufälliger Moment eingefangen.

Diesen verwirklichte man im Ideal mit einer Erprobung figurativer Ausdrucksmöglichkeiten, in der aus Formen Figuren geschaffen, leblose Gegenstände im Gemälde arrangiert wurden. Einige Gemälde erinnern in ihrer Farbintensität und Maskenhaftigkeit noch unweigerlich an den Expressionismus.

Ikonen

Die Anfänge der Ikonenmalerei sind auf die spätantike Porträtmalerei Ägyptens zurückzuführen. Sie waren im byzantinischen Reich und in Russland bekannt, jedoch ist der größte Teil der byzantinischen Ikonen durch die türkische Eroberung untergegangen, während die russische Ikonenmalerei eine ungebrochene Tradition bis heute hat.

Ikonenmalerei – Darstellung biblischer Motive

Ikonen sind meistens mit Mineralfarben auf Holz gemalt, als Vorbilder wurden besonders bedeutende religiöse Bilder verwendet, wie etwa ein Marienbild, das auf den Evangelisten Lukas zurückgeführt wurde, so dass sich im Motiv, wie in der Darstellung ein bestimmter Kanon an Bildern herausbildete. Hierunter ist die Art der Darstellung der göttlichen Personen und Heiligen, wie auch der zwölf Lebensstationen Jesus zu verstehen.

Trotz dieser Kodifizierung blieb die Ikonenmalerei von Einflüssen der Kunstentwicklung nicht unbeeinflusst, so dass später auch Musterbücher alter Bilder angelegt wurden. Zu diesem Zweck wurden Ikonen erstmals von der russischen Aristokratenfamilie Stroganow gesammelt.

Russische Ikonen besonders beliebt

Vor allem russische Ikonen sind als besondere Antiquitäten auch heute ein interessantes Sammelgebiet. In Deutschland kann man sich vor allem im Ikonenmuseum in Recklinghausen einen umfassenden Überblick über die Ikonenkunst verschaffen, wobei besonders die koptische Sammlung hervorzuheben ist.

Bauhaus

Bauhaus – Verbindung von Handwerk, Kunst und Technik

1919 gründete Walter Gropius seine Kunstschule Bauhaus, die unter dem Einfluss der Nationalsozialisten 1933 schließen musste. Das Ziel war eine Verbindung von Handwerk, Kunst und Technik. In dieser interdisziplinären Schule sollte eine neue Formsprache gefunden werden. Man wollte ein Design im Bauhaus schaffen, welches der industriellen Herstellung gerecht wurde. Es folgte daher eine Ablehnung des Historismus, der von der Moderne abgelöst werden sollte.

Stattdessen sollten neue Produkte entstehen, die ästhetisch und funktionell zugleich sein sollten. Die Arbeiten des Bauhauses waren eine Synthese aus mehreren verschiedenen Stilrichtungen. Eine neue Sachlichkeit und Funktionalität dominierten unter anderem das Design des Bauhauses – die Funktion bestimmte die Form.

Funktionale Ästhetik

Charakteristisch für die Stilrichtung Bauhaus war die Ablehnung von Ornamenten und Dekor. Vielmehr sollte eine klare und funktionale Formsprache gefunden werden. Als bekanntestes Möbelstück gelten die Stahlrohrstühle, die in den 20er Jahren von Marcel Breuer entworfen wurden. Möbel, die in der Zeit des Bauhaus entworfen wurden, waren oft von Schlichtheit und Funktionalität geprägt. Bauhaus Antiquitäten gelten als Klassiker, die bis heute als Inbegriff von modernem Design gelten.

Möbel, Einrichtung und Wohnen