Phantastischer Realismus

Der Begriff Phantastischer Realismus wurde in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts von dem Wiener Kunstkritiker Johann Muschik geprägt, und bezog sich zunächst auf die Künstlergruppe der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, die im Belvedere 1959/60 eine Ausstellung hatte. Albert Paris von Gütersloh, Professor und Künstler an der Wiener Akademie der bildenden Künste, war Förderer des Phantastischen Realismus und Gründer des Art Club, wo sich von 1947-1955 die avantgardistische Kunstszene Wien traf und austauschte.

Phantastischer Realismus – Anleihen aus der Mythologie und dem Märchen

Stilistisch ist Phantastischer Realismus sowohl im Manierismus, Surrealismus als auch im Magischen Realismus verwurzelt, wobei sich Künstler aber auch an der Kunst eines Hieronymus Bosch oder Matthias Grünewald orientierten. Besondere Kennzeichen der Kunstrichtung sind neben märchenhaften und mythologischen Anleihen, Anklänge an den Surrealismus, die Aufnahme grotesk-figürlicher, aber auch erotisch-phantastischer Motive.

Bezog sich Phantastischer Realismus zunächst auf den Wiener Künstlerkreis, erlangte er bald eine größere Breitenwirkung und wurde auch von deutschen Künstlern rezipiert und zu einer anerkannten Kunstrichtung der Gegenwart gemacht. Bekannte Künstler sind neben Hans Bellmer, Ernst Fuchs, Arik Brauer, Friedensreich Hundertwasser auch Franz Radziwil und Paul Wunderlich.