Realismus

Mit Realismus wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts zunächst die getreue künstlerische Wiedergabe von Landschaften und ihrer Bevölkerung bezeichnet. Doch schon kurze Zeit später wurde, nicht zuletzt politisch motiviert, der Realismus als Gegenbewegung zu den idealisierenden Darstellungen der Romantik verstanden.

Realismus als Spiegel der Gesellschaft

Begründet wurde die realistische Malerei durch den französischen Maler Gustave Courbet. Er propagierte, dass ein Künstler ausschließlich Dinge darstellen sollte die er selber sehen und anfassen kann, und dass eine bildliche Darstellung nicht aus einer Idee in seiner Vorstellung entstehen solle. Die realistische Malerei fand ihre Motive sowohl in der freien Natur als auch in den zeitgenössischen Errungenschaften, wie der Arbeitswelt der Industriellen Revolution. Die genaue Darstellung der Personen und ihrem Handeln stand dabei im Vordergrund. Daneben findet sich in den Werken jedoch auch eine kritische Darstellung der gesellschaftlichen Zustände jener Epoche wieder. Wichtige Vertreter des Realismus waren unter anderem Jean-François Millet, Honoré Daumier, Ilja Repin und Adolph Menzel.

Der Realismus des 19. Jahrhunderts entwickelte sich im 20. Jahrhundert zu zahlreichen verschiedenen realistischen Stiltendenzen weiter.