Tachismus

Tachismus – Fleckenkunst

Wie so oft wurde auch beim Tachismus ein ursprünglich als Kritik vorgebrachter Kommentar zum späteren Label einer ganzen Malrichtung. Ein Kunstkritiker hat die Malerei einiger europäischer Avantgardisten nach dem zweiten Weltkrieg als Tachismus (La tache, der Malfleck) bezeichnet. Die Fleckenkunst stellte immerhin das Kunstverständnis praktisch auf den Kopf. Was früher als Inbegriff eines Fehlers galt, rückte nun plötzlich als Motiv in den Mittelpunkt des ästhetischen Interesses.

Neue Ästhetik des 20. Jahrhunderts

Der Tachismus entstand in den fünfziger Jahren und bildet eine Art Spezialabteilung des Informel, der europäischem Parallele zum abstrakten Expressionismus beziehungsweise dem Action-painting eines Jackson Pollock in den USA. Die gesellschaftlichen Umwälzungen des zwanzigsten Jahrhunderts brachten ein neues ästhetisches Empfinden hervor. Die Künstler suchten nach neuen Ausdrucksformen um das Dasein in der modernen Welt zu artikulieren. An die Stelle von figürlicher Darstellung rückte erstmals der reine Eindruck von Farbe und Form und teils filigrane, teil spektakulären Form- und Farbwelten wurden geschaffen. Berühmte Vertreter des Tachismus waren in Deutschland vor allem Emil Schumacher und Karl Götz, sowie ein früh verstorbener Künstler namens Wols.