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Jugendstil

Die kunstgeschichtliche Epoche des Jugendstils, die zeitgeschichtlich um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert einzuordnen ist, ist in erster Linie geprägt durch viele geschwungene Linien wie auch durch flächendeckende, florale Ornamente und durch die Aufgabe von symmetrischen Formen.

Ein Begriff – verschiedene Strömungen

Der Begriff „Jugendstil“ wurde hauptsächlich in Deutschland geprägt, in anderen Ländern wurden andere Bezeichnungen für diese Epoche verwendet. Dabei ist jedoch zu beachten, dass der Jugendstil keine geschlossene Bewegung war, sondern lediglich verschiedene Strömungen innerhalb Europas beschreibt. Bezeichnend für den Jugendstil sind zum einen florale zum anderen eher abstrakte Elemente bei Kunstwerken, Möbelstücken und Gebäuden.

Jugendstil – Natur als Quelle der Inspiration

Die verschiedenen Künstler legten allerdings allesamt Wert auf die Dekoration von großen Flächen, beispielsweise durch zahlreiche Ornamente, des Weiteren waren wertvolle und qualitativ hochwertige Materialien sehr wichtig für die Künstler. Außerdem wurden Formen, die direkt von der Natur abgeleitet wurden, zu einem entscheidenden Stilmittel der Epoche. So sind zum Beispiel Anklänge an Gräser, Ranken oder an Wasser keine Seltenheit bei den verschiedenen Werken aus dem Jugendstil.

Realismus

Mit Realismus wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts zunächst die getreue künstlerische Wiedergabe von Landschaften und ihrer Bevölkerung bezeichnet. Doch schon kurze Zeit später wurde, nicht zuletzt politisch motiviert, der Realismus als Gegenbewegung zu den idealisierenden Darstellungen der Romantik verstanden.

Realismus als Spiegel der Gesellschaft

Begründet wurde die realistische Malerei durch den französischen Maler Gustave Courbet. Er propagierte, dass ein Künstler ausschließlich Dinge darstellen sollte die er selber sehen und anfassen kann, und dass eine bildliche Darstellung nicht aus einer Idee in seiner Vorstellung entstehen solle. Die realistische Malerei fand ihre Motive sowohl in der freien Natur als auch in den zeitgenössischen Errungenschaften, wie der Arbeitswelt der Industriellen Revolution. Die genaue Darstellung der Personen und ihrem Handeln stand dabei im Vordergrund. Daneben findet sich in den Werken jedoch auch eine kritische Darstellung der gesellschaftlichen Zustände jener Epoche wieder. Wichtige Vertreter des Realismus waren unter anderem Jean-François Millet, Honoré Daumier, Ilja Repin und Adolph Menzel.

Der Realismus des 19. Jahrhunderts entwickelte sich im 20. Jahrhundert zu zahlreichen verschiedenen realistischen Stiltendenzen weiter.

Romantik

Die kulturhistorische Periode der Romantik umspannt in etwa die Jahre zwischen dem Anfang des 18. Jahrhunderts bis über die Mitte des 19. Jahrhunderts. So lassen sich grob geschätzt die Jahre 1790 bis 1855 der Romantik hinzurechnen. Die Stilrichtung drückte sich sowohl in bildender Kunst, als auch in der Literatur und der Musik aus.

Subjektives Empfinden als Ideal

In der Kunstform wurden volkstümliche und naturalistische Elemente betont. So fand eine bewusste Hinwendung zum Erleben der Natur statt. Das subjektive Empfinden galt als Ideal. So kann diese Epoche als Abwendung von Klassik, Aufklärung und Rationalismus verstanden werden. Das deutsche Mittelalter galt den Romantikern als Krone der kulturellen Entwicklung, wobei dessen Missständen keine Beachtung geschenkt wurde.

Die Neuerungen der Romantik haben keine eigenen Stilmerkmale hervorgebracht. Seine künstlerischen Einflüsse bezieht sie vor allem aus dem Klassizismus. Romantische Merkmale werden jedoch in der Architektur der Neugotik deutlich. Aus Gründen der Auffassung der Natur der Romantiker ergab sich hierbei eine besonders kunstvolle Einordnung des Gebäudes in seine Umgebung.

Impressionismus

Im Jahre 1872 malte Claude Monet ein Bild mit dem Titel: „Impression soleil levant“, auf Deutsch: Eindruck eines Sonnenaufgangs. Dieses sehr skizzenhaft, abstrakt gemalte und vom Establishment verlachte Gemälde gab einer epochalen modernen Veränderung in der Kunst der Malerei zu jener Zeit ihren Namen: Der Impressionismus! Ein anderer, ein neuer moderner Geist artikulierte sich in der Kunst dieser aufstrebenden Maler. Der Impressionismus stellt gewissermaßen den Auftakt in die Moderne dar.

Die Impression des Augenblicks

Im Unterschied zu der damals üblichen akademischen Kunst begaben sich die Impressionisten zum Malen tatsächlich in die Natur, malten also vor Ort, und fokussierten ihre Aufmerksamkeit auf den unmittelbaren Eindruck der Szene im jeweiligen Augenblick.

Gegenüber dem rein Gegenständlichen an sich, gewannen das Licht und die individuelle Impression auf den Betrachter ungemein an Bedeutung. Letztendlich beruht der Impressionismus auf eine gewandelten Philosophie vom Sein, einem Gedanke der neu, aber gleichzeitig auch sehr alt ist: Dass die Dinge verbunden sind, dass nichts aus sich selbst heraus existiert. In diesem Fall existiert das Bild zwischen der Natur und dem Eindruck – der Impression – des Malers im jeweiligen Augenblick.

Biedermeier

Die Biedermeier Epoche fing 1815 an und endete 1850. Bezieht man diese Daten auf Geschehnisse der Zeitgeschichte, so fing die Biedermeier Zeit mit dem Wiener Kongress an und hörte mit der Revolution in Deutschland und Österreich wieder auf.

Biedermeier – Neue Gemütlichkeit

Der Name dieser Epoche war zunächst nur ein Name, unter dem zwei Dichter ihre Werke in verschiedenen Blättern veröffentlichten. Dies geschah um 1900 herum. Man kann die Möbel bzw. Antiquitäten aus dieser Biedermeier Zeit nicht wirklich als einen einzelnen Stil bezeichnen. Was jedoch alle gemeinsam hatten, war die unaufdringliche Eleganz. Man wollte mit ihnen weniger zeigen was man hatte, sondern eher eine Wohlfühlatmosphäre schaffen.

Englische Möbel als Vorbild

Auch heute findet man noch Biedermeier Nähtische, Sekretäre, oder Kommoden aus der Biedermeier-Epoche, die zu den beliebtesten Antiquitäten zählen. Die ersten Stücke wurden in Wien angefertigt, allerdings wurden hier englische Möbel, als Vorbilder genutzt. Unter anderem wurde auch der Stadtpalais Liechtenstein, welcher in Wien steht, in dieser Epoche mit seinem Inventar ausgestattet. Schaut man sich den Biedermeier Stil an, erkennt man recht deutlich, dass er eine Abwandlung des Klassizismus war.