Schlagwort-Archive: 20. Jahrhundert

Kubismus

Auflösung des Motivischen

Mit seinem Gemälde „Les Demoiselles d’Avignon“ begründete Pablo Picasso 1907 den Kubismus als neue Kunstrichtung, für die die Auflösung von Motiven in mehr oder weniger geometrische Figuren grundlegend war. Der vorher im Impressionismus und Fauvismus noch relativ großen Abhängigkeit des Künstlers von den Vorgaben des Motivs wurden das kreative Potential und die Eigenständigkeit des Künstlers entgegengesetzt. Braque, Gris, Delaunay und andere entwickelten diese Strömung weiter in Richtung Abstraktion. In unterschiedlichem Grad war eine Gegenständlichkeit vielfach weiterhin vorhanden, so hat etwa Picasso zahlreiche Porträts angefertigt, die trotz deutlich kubistischer Anlage ihren Zweck durch einen frappierenden Wiedererkennungseffekt erfüllen. Das zunächst expressionistische Werk Kandinskys erfuhr dagegen unter dem Einfluss des Kubismus eine totale Abstraktion.

Kubismus – Einfluss auf Malerei und Architektur

Der Kubismus beeinflusste lange Zeit Malerei, Grafik, Skulptur und Architektur und hat bis heute Auswirkungen auf alle Arten von Design.

Der synthetischen Kubismus, wie ihn vor allem Picasso vertrat, ist durch eine ganzheitliche Betrachtungsweise gekennzeichnet, die ein Motiv von allen Seiten erfasst und darzustellen sucht. Daher zeigen die typischen Gemälde dieses Genres mehrere Perspektiven auf einmal (deutlich zum Beispiel in dem berühmten Porträt „Weinende Frau“ von 1937), weshalb von ihnen eine besondere Faszination ausgeht.

Pop Art

Ursprungsland USA

Die Ära der Pop Art begann in den 1960er Jahren und wurde in der Folgezeit zur vorherrschenden künstlerischen Ausdrucksform Europas und Amerikas. Voneinander weitgehend unabhängig entstanden die Wurzeln dieser Stilrichtung in den USA und in Großbritannien.
Die Darstellung erfolgt großformatig über Grafik und Plakatierung. Daneben werden auch Skulpturen geschaffen. Die dargestellten Motive stammen zumeist aus der Welt des Konsums, der Werbung, des Films und sonstiger Medien. Häufig werden auch Alltagsgegenstände verwendet.

Pop Art als Ironisierung der Konsumgesellschaft

Diese Bereiche stehen auch thematisch im Vordergrund. Die Konsumgesellschaft wird überwiegend auf ironische Weise gefeiert. Die Pop Art-Künstler verfremden ihre Motive mit Hilfe analoger und zunehmend auch digitaler Werkzeuge. Als Folge setzen sie oft kontrastreiche und satte Farben ein, verwenden Fotografien als Grundlage ihrer Werke und arbeiten überdimensional. Die Pop Art wird oft als „Anti-Kunst“ verstanden. Der bis dato vorherrschenden betont intellektuellen und abstrakten Kunst, sollte eine greifbare, populäre Alternative gegenüber gestellt werden. Herausragende Stilmittel sind comichafte Darstellungen, Outlines, Polka Dots und die Reduzierung auf Primärfarben, sowie Weiß-, Schwarz- und Grautöne. Die bekanntesten Vertreter der Pop Art sind Andy Warhol und Roy Lichenstein.

Op Art – trauen Sie Ihren Augen nicht

Op Art ist die Kurzform von Optical Art (deutsch: optische Kunst) und beschäftigt sich mit den Gesetzmäßigkeiten der visuellen Wahrnehmung. Hierunter fällt auch die optische Täuschung.

Abstrakte Formen

Mit Beginn der sechziger Jahre entwickelte sich die Op-Art zu einer internationalen Stilrichtung. Die Künstler wandten sich einer Farb- und Formschöpfung zu, die sich auf die optische Wirkung abstrakter, geometrisch sich wiederholender Anordnungen beschäftigte. Zu Beginn der optischen Kunst sah man darin mehr eine Reaktion auf die damals vorherrschende Kunst, doch die jüngeren Künstler, die sich für Op-Art begeisterten, hatten vor allem die Präzision und Weiterentwicklung dieser Stilrichtung im Auge.

Op Art – Optische Täuschungen als Kunst

Heute ist die optische Wirkung von Op Art Kunstwerken im methodischen Sinne so weit ausgereift, dass sie es vermag, das menschliche Auge unabhängig von zufälligen Gegebenheiten vorübergehend zu überlisten. Vor allem durch den Einsatz bestimmter Farb- und Formkombinationen und perspektivischer Illusionseffekte werden Gegebenheiten suggeriert, die gar nicht existieren. So beginnt etwa ein Rad zu laufen oder eine Hervorhebung im Bild nach außen zu treten. Sie trauen Ihren Augen nicht.

Konkrete Kunst – die Akteure bilden das Werk

1930 wurde die Bezeichnung „Konkrete Kunst“ erstmalig durch Theo van Doesburg definiert. Sie bezeichnet eine Kunst, die keine Beziehung zur visuellen Realität aufweist. Bildnerische Elemente sind weder als Abbild zu verstehen, noch symbolisch gemeint. Sie bedeuten im Wechselspiel von Formen und Farben lediglich sich selbst. Die größtenteils geometrischen Elemente bilden eine Einheit und wirken durch ihren Ursprung auf den Betrachter.

Formen und Farben im Mittelpunkt

Der Ursprung dieser Kunstrichtung liegt weit zurück. Kandinsky sprach von „absoluter Malerei“, andere Künstler nannten diese Stilrichtung „Suprematismus“ oder „Elementarismus„. Die Konkrete Kunst bildet nicht ab, stattdessen werden Formen, Farben, Linien und Flächen zu den Akteuren des Werkes.

Internationale Verbreitung

Seit ihrer Entstehung hat sich die Konkrete Kunst fortwährend weiterentwickelt. Sie ist lebhaft, reagiert mit ausgesprochener Freudigkeit im Experimentieren und weist eine hohe Sensibilität in Bezug auf neue Erkenntnisse in Kunst, Wissenschaft Technik auf. Neue Materialien werden thematisiert und künstlerische Möglichkeiten ausgelotet. Heute gibt es interessante Wechselwirkungen zu verschiedensten Richtungen internationaler Kunst.

Art Déco

Art Déco ist ein Ausstattungs- und Möbelstil, der seinen Ursprung zwischen 1910 – 1935 hatte. Diese Stilrichtung bestimmte die Formgebung von Schmuck, Gegenständen, Kleidermode, Gebrauchsartikeln, Architektur und Möbeln. Die mondäne Wirkung durch ausgezeichnet verarbeitete edle Hölzer wie beispielsweise Ebenholz sowie die Verwendung von exotischen Materialien sind typisch für den Art Déco Stil. Häufig wurden Möbel mit Schlangenhaut, Haifischhaut (Galuchat) oder Pergament bezogen aber auch bemaltes oder geprägtes Leder verwendet. Das Dekor dieser Stilrichtung ist überwiegend geschnitzt, gemalt oder eingelegt zum Beispiel mit Perlmutt oder Elfenbein.

Frankreich – Herkunftsland des Art Déco

Bereits ab 1905 gab es in Frankreich erste Vorboten für die Entwicklung eines völlig neuen Stils. Diese neue Stilrichtung erhielt jedoch erst nach der Ausstellung „Exposition Internationale des Art Decoratifs et Industriels Modernes“, die im Jahr 1925 in Paris stattfand, den Namen Art Déco. Heute ist der Art Déco Stil vor allem bei Sammlern sehr beliebt, nicht zuletzt da er ein abwechslungsreiches Sammelgebiet umfasst.