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Klassizismus

Vom Klassizismus sprach man seit etwa 1770 und er entstand, wie dies so oft bei neuen Kunstformen der Fall ist, als Gegenpol zu der gerade vorherrschenden Stilrichtung des Barock. Man orientierte sich nun stark an römischen und antiken Vorbildern.

Antike als Vorbild

Der Klassizismus spielt mit den klaren und einfachen Formen des Altertums, was einen gewaltigen Gegensatz zu der ausladenden und prunkvollen Kunst von Barock und Rokoko darstellte. Die Unterscheidung erfolgt in verschiedene Stilphasen. Die erste war der Frühklassizismus welcher im deutschsprachigen Raum von Johann Joachim Winckelmann begründet wurde. Ab den 1790er Jahren spricht man dann vom „Stil der Revolution“, da die französische Revolution ihre Spuren hinterließ. Die Architektur wurde wuchtiger, wie man gut am Triumphbogen in Paris sehen kann.

Klare Linien – ausdrucksstarke Farben

Auch in Malerei und Bildhauerei wurden Motive und Darstellungen mit antikem Hintergrund bevorzugt. Gemalt wurde dabei mit klaren Linien und großer Detailtreue. Die Farbgebung auf den Bildern des Klassizismus ist geprägt von verschiedenen Licht- und Schattenspielen, was die Bilder plastisch und abgebildete Personen oft wie antike Statuen wirken lässt.

Manierismus

Die Bezeichnung Manierismus verwendete 1792 erstmals der italienische Historiker Luigi Lanzi und Jacob Burckhardt griff diese später wieder auf. In der Kunstgeschichte bezeichnet Manierismus die Übergangsform zwischen Renaissance und Barock in Malerei, Plastik, Baukunst, Literatur und Musik. Der Begriff wird neben der kunstgeschichtlichen Bedeutung ebenso universell benutzt. In dem Fall bezeichnet es eine Haltung oder Handlung, die als manieriert (gekünstelt), schwülstig oder pathetisch empfunden werden kann.

Stilmerkmale und Geistesgeschichte

Italienische Kunstwerke lassen sich als manieristisch bezeichnen, die ungefähr in der Zeit von 1520 bis 1600 entstanden sind; in Frankreich etwa 1550 bis 1610, Flandern, Niederlande und Deutschland ungefähr 1560 bis 1610. Literarische Werke können allgemein als manieristisch klassifiziert werden, wenn diese zwischen Mitte des 16. Jahrhunderts und 1630 entstanden sind.

Der Manierismus ist allgemein gekennzeichnet durch eine Abkehr von den ausgewogenen und harmonischen Kompositionen der Hochrenaissance (Zeit des Umbruchs), hin zu einer kapriziösen, gezierten und spannungsgeladenen „manierlichen“ Darstellung, deren enigmatische und allegorische Bedeutung lediglich von eingeweihten Kennern aus aristokratischen Kreisen verstanden werden soll. Die Figura Serpentinata ist in der Bildhauerei charakteristisch für den Manierismus.