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Historismus

Der Historismus in der Kunstgeschichte hat sich vor allem in der Architektur dargestellt und ist in die Zeit von ca. 1750 bis 1918 einzuordnen.

Historismus – Die Entdeckung der Geschichte

Im Rückgriff auf vorangegangene Epochen der Kunstgeschichte wurden vor allem unvollendete gotische Bauwerke des Mittelalters, wie der Kölner Dom vollendet und neue Bauwerke im neugotischen Stil erstellt. Die Gotik wurde in romantischer Rückschau als Baustil des Bürgertums angesehen, da dieses zur Zeit der mittelalterlichen Gotik in handwerklicher und kaufmännischer Blüte stand. So wurde später die Neugotik bevorzugt für Bürgerhäuser eingesetzt, während man für Repräsentationsbauten, wie Opern, Museen und Bahnhöfe meist die Neorenaissance als Stil wählte.

Einfluss fremder Kulturen

Zum Teil wurden alte Burgen im historistischen Stil umgebaut, zum Teil auch komplett neu errichtet, wie als bekanntestes Beispiel Schloss Neuschwanstein. Dominierte anfangs die Gotik, wurde später eine Vielzahl von Stilrichtungen, wie auch Romanik, Barock, Rokoko und orientalische Bauweise im Historismus aufgegriffen und teilweise auch miteinander vermischt. An Antiquitäten sind besonders die Gemälde und Plastiken des Historismus hervorzuheben.

Der Historismus wurde schließlich vom Jugendstil überformt und von der sachlichen Bauweise der Moderne (Bauhaus) abgelöst. Wurde er bis in die Sechziger Jahre überwiegend negativ beurteilt, sieht man heute in ihm den Versuch des romantischen Zeitalters, Geschichtsbewusstsein zu bewahren.

Bauhaus

Bauhaus – Verbindung von Handwerk, Kunst und Technik

1919 gründete Walter Gropius seine Kunstschule Bauhaus, die unter dem Einfluss der Nationalsozialisten 1933 schließen musste. Das Ziel war eine Verbindung von Handwerk, Kunst und Technik. In dieser interdisziplinären Schule sollte eine neue Formsprache gefunden werden. Man wollte ein Design im Bauhaus schaffen, welches der industriellen Herstellung gerecht wurde. Es folgte daher eine Ablehnung des Historismus, der von der Moderne abgelöst werden sollte.

Stattdessen sollten neue Produkte entstehen, die ästhetisch und funktionell zugleich sein sollten. Die Arbeiten des Bauhauses waren eine Synthese aus mehreren verschiedenen Stilrichtungen. Eine neue Sachlichkeit und Funktionalität dominierten unter anderem das Design des Bauhauses – die Funktion bestimmte die Form.

Funktionale Ästhetik

Charakteristisch für die Stilrichtung Bauhaus war die Ablehnung von Ornamenten und Dekor. Vielmehr sollte eine klare und funktionale Formsprache gefunden werden. Als bekanntestes Möbelstück gelten die Stahlrohrstühle, die in den 20er Jahren von Marcel Breuer entworfen wurden. Möbel, die in der Zeit des Bauhaus entworfen wurden, waren oft von Schlichtheit und Funktionalität geprägt. Bauhaus Antiquitäten gelten als Klassiker, die bis heute als Inbegriff von modernem Design gelten.