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Gemälde des 19. Jahrhunderts

Gemälde Mystifizierung der Natur

Die romantischen Gemälde des 19. Jahrhunderts verstehen es in den ersten 50 Jahren vor allem, mit detailreichen Landschaftsdarstellungen von oft großer Tiefenwirkung die Natur zu mystifizieren und den Menschen als Teilhaber dieser Naturwirkung darzustellen (beispielsweise bei Caspar David Friedrich). Eine Verlagerung des Inneren nach außen, die subjektive Perspektive zeigt sich vor allem in den Farben und dem Umgang mit dem Licht. Auf die Spitze getrieben wird die subjektive Wahrnehmung etwa in den unheimlichen Werken Goyas und Füsslis mit verfremdenden Hell-Dunkel-Effekten, Fabelwesen und Geistern. Gemälde des 19. Jahrhunderts aus der Epoche der Romantik drücken in Landschaften wie Menschen neben Schönheit meist Ruhe, Nachdenklichkeit und Melancholie bis hin zu Düsternis und Hoffnungslosigkeit aus. Menschen sind meist als Künstler und Freigeister dargestellt.

Gemälde des 19. Jahrhunderts – Verschiedene Strömungen

Andere Gemälde des 19.Jahrhunderts verfolgen zum Teil gegenteilige Ziele. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts bildet sich der Impressionismus als wichtigste neue Strömung heraus. Hier werden hellere Farben verwendet und Flächen in kleine verschiedenfarbige Striche oder Punkte (extrem im Pointillismus) aufgelöst, die den realistischen Darstellungen eine starke Struktur verleihen und aus der Distanz betrachtet zu einheitlichen Farben verschmelzen. Eine zentrale Rolle kommt hierbei Lichteffekten und den dadurch hervorgerufenen Stimmungen in den meist draußen auf der Straße oder in der Natur entstandenen Bildern zu.

Pointillismus

Pointillismus bezeichnet einen Malstil der sich im späten 19. Jahrhundert entwickelte und zwischen 1889 und 1910 seine Blütezeit hatte. Synonym wird dieser Stil oft auch als Neoimpressionismus oder Divisionismus bezeichnet.

Pointillismus – Farben im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit

Die Pointillisten stellten die Bedeutung der Farben in den Vordergrund. Dabei machten sie sich die damals neusten Erkenntnisse über die Farbwahrnehmung zu Nutze, wonach sich einzelne Farbpartikel, dem Gesetz des Komplementärkontrastes entsprechend, erst beim Betrachten aus gewisser Entfernung zu einem Gesamteindruck zusammenfügen. Dafür wurden von den Malern fast ausschließlich die reinen Farben Rot, Grün, Blau und ihre Komplementärfarben verwendet und das Bild in einem Raster aus feinen Farbpunkten gemalt, woher sich auch der Name des Malstils (von französisch „point“ für Punkt) ableitet. Ein weiteres Merkmal des Pointillismus ist der oft geometrische und geradlinige Bildaufbau. Anders als beim Impressionismus wird keine realistische Momentaufnahme angestrebt, sondern eine durchdachte Komposition.

Begründet wurde der Pointillismus von Georges Seurat und Paul Signac. Weitere Vertreter dieser Malrichtung sind Henri Edmond Cross, Théo van Rysselberghe und Camille Pissarro, wichtigster deutscher Vertreter ist Paul Baum.