Schlagwort-Archive: Stilrichtung

Stil und Stilrichtung. Antiquitäten, Möbel und Kunst werden immer wieder neu begutachtet, geschätzt und bewertet.

Fotokunst

Fotokunst – wenn der Augenblick zur Ewigkeit wird

Die Fotokunst hat ihre Anfänge wohl im Jahr 1837, als Daguerre durch sein verbessertes Verfahren Fotografien dauerhaft und brauchbar werden ließ. Anders lässt sich nicht erklären, dass bis heute dieses Verfahren in der Bildenden Kunst und somit in der künstlerischen Fotografie ihre Anwendung findet. War zu Beginn noch die Sichtweise der alten Malerei ausschlaggebend, entdeckte man doch sehr schnell die Vorzüge der Fotokunst gegenüber der Malerei. So kann eigentlich nur in der Fotokunst der Abstand der fotografierten Realität zu der Aussage des Künstlers derart gesteigert oder verringert werden, dass daraus Kunst entsteht.

Zeitlosigkeit der Innenwelt

Gerade im ansonsten klassisch eingerichteten Wohnbereich entstehen mit solchen Bildern Raumerweiterungen, ohne die Umgebung in Frage zu stellen, sondern – ganz im Gegenteil – der Innenwelt eine Zeitlosigkeit zu geben, wie sie meist mit Antiquitäten ausgedrückt werden soll. Ob bei der jeweiligen Fotokunst die Farbnuancen oder die Form des Abgebildeten oder nur eine Stimmung aus Licht und Schatten eine Rolle spielen soll, ist eben der gewollten „stillen“ Aussage der Gesamteinrichtung überlassen. Der Augenblick eines Zustandes oder eines Geschehens aggregiert, d.h. verdichtet sich äußerlich wie innerlich in dem Bedürfnis einer Zeitlosigkeit, die eine Ahnung von Ewigkeit zeigt.

Italienisches Design

Italienisches Design Das Gespür von Jahrtausenden

Wer schon mal in Pompeji, diesem großartigen Fundort antiker Kultur gewesen ist, darf sich eigentlich nicht wundern, dass italienisches Design, gerade in Verbindung mit antiken Möbeln, seine Wirkung bis zum heutigen Tag nicht verfehlt. Zwar ist leider kein Interieur aus dieser Zeit erhalten geblieben, aber allein die Malerei und die Farbkompositionen an den restaurierten Wänden der Villen, geben uns eine Erklärung für die bis heute aus Italien kommende Sicherheit in Stil und Form. Die Kunst, Gegenwärtiges mit Altem in vollkommener Harmonie, will heißen, Nützlichkeit und Schönheit zu verbinden, ist im italienischen Design nicht wegzudenken. Hier bahnt sich eine Tradition bis in die heutige, teils wüste Einrichtungswelt ihren Weg und findet zu jeder Zeit ihre dankbaren Anhänger.

Natürliche Gelassenheit

Hinzu kommt die natürliche Gelassenheit, welche in der Gesamtbetrachtung diesen lässigen und unverkrampften Stil des italienischen Designs widerspiegelt. Ob es sich hierbei um einen Stuhl, ein Sofa, eine Pfeffermühle oder eine Tischleuchte handelt – italienisches Design hebt einen klassisch, d.h. zeitlos inszenierten Wohnraum mit edlen Antiquitäten noch hervor und macht sie auf phantastische Weise gegenwärtig.

Gemälde des 19. Jahrhunderts

Gemälde Mystifizierung der Natur

Die romantischen Gemälde des 19. Jahrhunderts verstehen es in den ersten 50 Jahren vor allem, mit detailreichen Landschaftsdarstellungen von oft großer Tiefenwirkung die Natur zu mystifizieren und den Menschen als Teilhaber dieser Naturwirkung darzustellen (beispielsweise bei Caspar David Friedrich). Eine Verlagerung des Inneren nach außen, die subjektive Perspektive zeigt sich vor allem in den Farben und dem Umgang mit dem Licht. Auf die Spitze getrieben wird die subjektive Wahrnehmung etwa in den unheimlichen Werken Goyas und Füsslis mit verfremdenden Hell-Dunkel-Effekten, Fabelwesen und Geistern. Gemälde des 19. Jahrhunderts aus der Epoche der Romantik drücken in Landschaften wie Menschen neben Schönheit meist Ruhe, Nachdenklichkeit und Melancholie bis hin zu Düsternis und Hoffnungslosigkeit aus. Menschen sind meist als Künstler und Freigeister dargestellt.

Gemälde des 19. Jahrhunderts – Verschiedene Strömungen

Andere Gemälde des 19.Jahrhunderts verfolgen zum Teil gegenteilige Ziele. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts bildet sich der Impressionismus als wichtigste neue Strömung heraus. Hier werden hellere Farben verwendet und Flächen in kleine verschiedenfarbige Striche oder Punkte (extrem im Pointillismus) aufgelöst, die den realistischen Darstellungen eine starke Struktur verleihen und aus der Distanz betrachtet zu einheitlichen Farben verschmelzen. Eine zentrale Rolle kommt hierbei Lichteffekten und den dadurch hervorgerufenen Stimmungen in den meist draußen auf der Straße oder in der Natur entstandenen Bildern zu.

Kubismus

Auflösung des Motivischen

Mit seinem Gemälde „Les Demoiselles d’Avignon“ begründete Pablo Picasso 1907 den Kubismus als neue Kunstrichtung, für die die Auflösung von Motiven in mehr oder weniger geometrische Figuren grundlegend war. Der vorher im Impressionismus und Fauvismus noch relativ großen Abhängigkeit des Künstlers von den Vorgaben des Motivs wurden das kreative Potential und die Eigenständigkeit des Künstlers entgegengesetzt. Braque, Gris, Delaunay und andere entwickelten diese Strömung weiter in Richtung Abstraktion. In unterschiedlichem Grad war eine Gegenständlichkeit vielfach weiterhin vorhanden, so hat etwa Picasso zahlreiche Porträts angefertigt, die trotz deutlich kubistischer Anlage ihren Zweck durch einen frappierenden Wiedererkennungseffekt erfüllen. Das zunächst expressionistische Werk Kandinskys erfuhr dagegen unter dem Einfluss des Kubismus eine totale Abstraktion.

Kubismus – Einfluss auf Malerei und Architektur

Der Kubismus beeinflusste lange Zeit Malerei, Grafik, Skulptur und Architektur und hat bis heute Auswirkungen auf alle Arten von Design.

Der synthetischen Kubismus, wie ihn vor allem Picasso vertrat, ist durch eine ganzheitliche Betrachtungsweise gekennzeichnet, die ein Motiv von allen Seiten erfasst und darzustellen sucht. Daher zeigen die typischen Gemälde dieses Genres mehrere Perspektiven auf einmal (deutlich zum Beispiel in dem berühmten Porträt „Weinende Frau“ von 1937), weshalb von ihnen eine besondere Faszination ausgeht.

Karikatur

Mittel der Sozialkritik

Die Karikatur ist ein uraltes und wichtiges Instrument der Sozialkritik. Eine Karikatur drückt in ihrer meist klaren, pointierten Linearität schwer aussprechbares aus, sie überzeichnet Einzelheiten und spitzt Sachverhalte visuell zu. Die Meister der spitzen Feder sind und waren häufig auf politischem Gebiet aktiv. Oft fallen ihnen aber auch Persönlichkeiten der Zeitgeschichte oder zeittypische Figuren zum Opfer. Das Zeichnen mittels Bleistift, Feder und Tusche und der Einsatz von Zeichenkohle und verschiedenen, teils farbigen Druckverfahren sind typische Techniken der Karikatur.

Karikatur – der Buchdruck als treibender Motor

Die Reproduzierbarkeit durch den Buchdruck beförderte die Popularität der Karikatur immens, weshalb seit Erfindung dieser Technik eine Vielzahl von Karikaturen entstanden und auch bis heute bekannt sind. Die berühmtesten Karikaturen der vergangenen beiden Jahrhunderte stammen zum Beispiel von Honoré Daumier (1808-1879), der sich unter anderem auf Juristen spezialisierte, von Heinrich Zille, dem Chronisten des Berliner Hinterhof-„Milljöhs“, von den Zeichnern der legendären 1896 gegründeten Satirezeitschrift „Simplicissimus“ wie George Grosz und Olaf Gulbransson – und auch von Wilhelm Busch (1832-1908), der in seinen zahlreichen Bildergeschichten aus Holzschnitten eine Art Vorläufer des modernen Comic-Strip entwickelte.

Das Paris der Jahrhundertwende brachte etwa mit den Werken Toulouse-Lautrecs oder auch Cocteaus verwandte Formen der Grafik hervor, die Elemente der Karikatur zeigen. Zu großer Meisterschaft in der Karikatur brachte es nicht zuletzt das von der Geschichte stets gebeutelte Polen.