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Karikatur

Mittel der Sozialkritik

Die Karikatur ist ein uraltes und wichtiges Instrument der Sozialkritik. Eine Karikatur drückt in ihrer meist klaren, pointierten Linearität schwer aussprechbares aus, sie überzeichnet Einzelheiten und spitzt Sachverhalte visuell zu. Die Meister der spitzen Feder sind und waren häufig auf politischem Gebiet aktiv. Oft fallen ihnen aber auch Persönlichkeiten der Zeitgeschichte oder zeittypische Figuren zum Opfer. Das Zeichnen mittels Bleistift, Feder und Tusche und der Einsatz von Zeichenkohle und verschiedenen, teils farbigen Druckverfahren sind typische Techniken der Karikatur.

Karikatur – der Buchdruck als treibender Motor

Die Reproduzierbarkeit durch den Buchdruck beförderte die Popularität der Karikatur immens, weshalb seit Erfindung dieser Technik eine Vielzahl von Karikaturen entstanden und auch bis heute bekannt sind. Die berühmtesten Karikaturen der vergangenen beiden Jahrhunderte stammen zum Beispiel von Honoré Daumier (1808-1879), der sich unter anderem auf Juristen spezialisierte, von Heinrich Zille, dem Chronisten des Berliner Hinterhof-„Milljöhs“, von den Zeichnern der legendären 1896 gegründeten Satirezeitschrift „Simplicissimus“ wie George Grosz und Olaf Gulbransson – und auch von Wilhelm Busch (1832-1908), der in seinen zahlreichen Bildergeschichten aus Holzschnitten eine Art Vorläufer des modernen Comic-Strip entwickelte.

Das Paris der Jahrhundertwende brachte etwa mit den Werken Toulouse-Lautrecs oder auch Cocteaus verwandte Formen der Grafik hervor, die Elemente der Karikatur zeigen. Zu großer Meisterschaft in der Karikatur brachte es nicht zuletzt das von der Geschichte stets gebeutelte Polen.